Igel gefunden? Ruf jetzt an.
Bei Igel-Notfällen zählt jede Minute. Wir sind erreichbar – auch am Wochenende.
Notfall-Abholung: nur im Umkreis Villach und Villach-Land.
Du wohnst weiter weg? Ruf trotzdem gerne an – für eine Vermittlung stehen wir gerne zur Verfügung.
„Lieber einmal zu viel anrufen.“ — Ursula Ertl, Obfrau
Braucht der Igel wirklich Hilfe?
Nicht jeder Igel, den man sieht, ist ein Notfall. Diese zwei Spalten helfen dir in 30 Sekunden weiter.
Wahrscheinlich kein Notfall
- Der Igel ist in der Dämmerung oder nachts unterwegs, läuft zügig, schnüffelt und frisst.
- Er rollt sich ein und faucht, wenn du näher kommst – wehrhaft ist ein gutes Zeichen.
- Du hast ein Nest mit Igelbabys entdeckt und die Mutter ist noch da: Nest zudecken, wie es war, und einige Stunden aus der Ferne beobachten.
- Ein Igel raschelt im Laubhaufen oder unter dem Gebüsch – er richtet sich sein Quartier ein.
Dann gilt: in Ruhe lassen, Hund anleinen, Wasserschale hinstellen – und sich freuen.
Bitte sofort anrufen
- Der Igel ist tagsüber unterwegs oder liegt offen herum.
- Er ist verletzt, blutet, humpelt oder wurde von Mäher, Hund oder Auto erwischt.
- Er wirkt apathisch, taumelig oder liegt flach ausgestreckt.
- Er liegt seitlich (auf der Seite) – auch das ist ein Alarmzeichen.
- Du siehst Maden (weiße Würmchen im Fell oder in Wunden).
- Ein Igelbaby ist allein und die Mutter kommt über Stunden nicht zurück.
- Ein Jungigel im Spätherbst wirkt sehr klein, dünn oder knochig.
Wenn du unsicher bist, ist Anrufen immer richtig. Ein kurzes Telefonat kostet nichts – ein zu spät geholter Igel kostet ein Leben. Beschreib einfach, was du siehst.
Die wichtigsten Warnsignale
Trifft einer dieser Punkte zu? Dann bitte sofort anrufen.
Tagsüber aktiv
Ein gesunder Igel ist nur nachts unterwegs. Zeigt er sich tagsüber, stimmt meistens etwas nicht.
Verletzung sichtbar
Offene Wunden, Humpeln, Blut – auch kleine Verletzungen können sich schnell entzünden.
Apathisch / taumelig
Reagiert nicht auf Annäherung, liegt flach oder seitlich, taumelt oder rollt sich nicht ein.
Sehr leicht im Spätherbst
Ein Jungigel, der ab etwa Mitte Oktober deutlich unter rund 500 g liegt, schafft den Winterschlaf oft nicht. Der Wert ist ein Anhaltspunkt, keine Regel – bitte anrufen.
Igel-Baby allein
Kleiner Igel ohne Mama, Augen evtl. noch zu – sofort handeln, nicht warten!
Maden
Weiße Würmchen im Fell oder in Wunden sind immer ein Notfall – das kann innerhalb eines Tages tödlich enden.
Warum wir keine festen Gewichtsgrenzen nennen
Die oft zitierte „500-Gramm-Regel“ ist ein Orientierungswert für Jungigel im Spätherbst – und selbst dann sagt das Gewicht allein nichts über die Gesundheit aus. Ein abgemagertes Tier mit 800 g kann ein schwer krankes Alttier sein, ein munterer Jungigel mit 450 g im September braucht dagegen oft nur einen guten Garten. Deshalb: immer den Einzelfall beurteilen, nie nur die Waage.
Fachliche Einordnung u. a. bei Pro Igel e. V. und beim Igelzentrum Zürich. Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung.
Schritt für Schritt
In dieser Reihenfolge – ohne Hektik, aber zügig.
Beobachten, nicht anfassen
Schau aus Distanz: Ist der Igel verletzt? Liegt er flach oder auf der Seite? Taumelt er? Ist er tagsüber aktiv? Das sind die ersten Alarmzeichen.
- Kinder & Haustiere fernhalten
- Aus 1–2 m beobachten, nicht stören
Sicher in eine Kartonbox setzen
Mit Handschuhen oder einem Handtuch vorsichtig aufnehmen. In einen hohen, gut belüfteten Karton mit Tuch & Wasserschüssel setzen.
- Karton mind. 40 cm hoch (sonst klettert er raus)
- Mit altem Handtuch oder Zeitung auspolstern
- Im warmen, geschützten Raum platzieren
Wärme zuführen (falls kalt)
Schwache, kalte Tiere brauchen sofort Wärme. Eine lauwarme Wärmflasche oder PET-Flasche mit warmem Wasser unter ein Handtuch legen.
- Wärme = lauwarm, NICHT heiß
- Hälfte der Box mit Wärme – andere Hälfte zum Wegrobben
Fundort, Zeit und Zustand notieren
Damit wir am Telefon schnell entscheiden können: Wo genau lag der Igel? Seit wann? Was fällt dir auf? Ein Foto mit dem Handy hilft oft mehr als lange Worte.
- Genauer Fundort – auch wichtig fürs spätere Auswildern
- Uhrzeit und Wetter
- Wenn möglich: Gewicht auf einer Küchenwaage
Sofort anrufen – nicht erst füttern!
Bis zur telefonischen Rücksprache bitte nicht füttern und keine Milch geben.
Wir entscheiden gemeinsam mit dir, ob der Igel zu uns kommt, zum Tierarzt muss oder draußen bleiben kann. Vorher nichts geben – falsches Futter kann mehr schaden als helfen. Nur eine flache Schale Wasser ist immer richtig.
0650 / 269 97 10Das darfst du auf keinen Fall tun
Mit den besten Absichten kann man einem Igel das Leben schwer machen. Diese 9 Punkte können tödlich sein.
Die 9 No-Gos
- Milch geben – Igel vertragen Milchzucker nicht: Durchfall, lebensgefährlich
- Obst, Nüsse, Getreide oder Brot – Igel fressen vor allem Insekten
- Würmer oder Schnecken verfüttern – übertragen gefährliche Lungen- und Atemwegsparasiten
- In die Sonne stellen – Überhitzungsgefahr
- Zu früh „auswildern“ ohne Beratung
- Im Auto im Karton vergessen – Hitze!
- Baden – Stress, Auskühlung, Lungenentzündung
- Mit Wattestäbchen reinigen – verletzt Augen, Ohren und Haut
- Selbst entwurmen oder Medikamente geben – gehört immer in tierärztliche Hand
Zecken und Flöhe darfst du liegen lassen, bis wir telefoniert haben – ein paar Stunden mehr machen keinen Unterschied. Maden dagegen sind sofort ein Notfall.
So erreichst du uns
Bei akuten Notfällen bitte immer anrufen. Für Rückfragen, Hinweise oder Fotos geht auch das Formular.
Igel-Notruf
Notfall-Abholung: nur im Umkreis Villach und Villach-Land.
Du wohnst weiter weg? Ruf trotzdem gerne an – für eine Vermittlung stehen wir gerne zur Verfügung.
SOS Igel in Not – Lehr- und Lernpfad Drautal
Schulstraße, 9710 Feistritz an der Drau, Kärnten
ursula_ertl@yahoo.com
Wir sind auch am Wochenende erreichbar. Wenn niemand abhebt, sind wir gerade bei einem Igel – bitte kurz später nochmal probieren.
Auskünfte erteilen wir gerne auf Deutsch und Englisch. / Information is available in German and English.
Lieber schreiben statt anrufen?
Bei akuten Notfällen bitte immer anrufen. Für Rückfragen, Hinweise oder Bilder geht es auch hier.
Im Zweifel: lieber einmal zu viel anrufen. — Ursula Ertl, Obfrau
0650 / 269 97 10